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Anleitung für eine gute Weinprobe
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Weinprobe

 

Eine Weinprobe bietet die Möglichkeit Weine zu verkosten und neue Weine kennen und schätzen zu lernen. Es können verschiedene Arten von Weinproben gemacht werden, wir stellen hier eine kleine Auswahl vor:

  • Sortenprobe: Hier werden unterschiedliche Rebsorten verkostet
  • Jahrgangsprobe: Wein vom selben Winzer aus unterschiedlichen Jahrgängen
  • Regionsprobe:  Weine aus einer bestimmten Region von unterschiedlichen Winzern

  • Rebsortenprobe: Eine Rebsorte aus unterschiedlichen Anbaugebieten

  • Gläserprobe: Ein Wein wird aus unterschiedlichen Gläsern probiert

Eine gute Weinprobe beinhaltet nicht mehr als 6-8 verschiedene Weine, da die Geschmacks- und Geruchsnerven sonst schnell an ihre Grenzen stoßen. Bei all diesen Proben sollte man auf eine gewisse Kontinuität achten.

Egal für welche der oben genannten Proben Sie sich entscheiden, mit Gleichgesinnten macht diese viel mehr Spaß als alleine. So kann sich daraus auch ein netter, genussvoller Abend mit Bekannten und Freunden ergeben.

 

Vorbereitung

 

Planen Sie für die Weinprobe auf jeden Fall ausreichend Zeit ein. Weinflaschen dürfen nicht geschüttelt werden, da sonst das Weingefüge durcheinander gerät und den Geschmack des Weines beinträchtigt. Lassen sie einen gekauften Wein nach jedem Transport immer etwas ruhen. Der Geschmack wird es ihnen danken.

Auch sollte eine Weinprobe mit vernünftigen Weingläsern, die nach oben kelchförmig geschlossen sind, durchgeführt werden. Der Stiel dient als Griff und ist deshalb lang und griffig genug um keine Handwärme auf den Wein zu übertragen.

 

Checkliste für eine gelungene Weinprobe:

  • Den Wein nicht schütteln.
  • Weißweine mindestens einen Tag vorher schon im Kühlschrank gut durchkühlen lassen.
  • Weinthermometer
  • Passende, saubere und geruchsneutrale Gläser.
  • Auflistung der zu probierenden Weine.
  • Schreibutensilien für Notizen während der Probe.
  • Etwas Baguette, zur Geschmacksneutralisierung zwischen den Proben.
  • Eine Karaffe stilles Wasser, auch  zur Geschmacksneutralisierung.
  • Weisses Blatt Papier, um feinste Farbunterschiede festzustellen.
  • Tischgefäß zur Weinentsorgung.

 

 

Durchführung

 

Die Verkostung eines Weines läuft in mehreren Phasen ab. Diese setzen sich zuammen aus der Beurteilung von Farbe, Geruch, Geschmack und werden unter den entsprechenden Punkten etwas genauer beschrieben.

Weißwein wird kühl serviert, bei 6 bis 8 °C, Rotwein bei einer Temperatur von ca. 14 bis 15 °C. Zu warmer Wein beinträchtigt die Geruchswahrnehmung durch aufsteigenden Alkohol. Dies kann man aber gut mit einem Weinthermometer überprüfen. Lassen Sie uns nun mit der Weinprobe beginnen:

 

 

Eine geringe Menge Wein vorsichtig einschenken...

 

 

Der Geruch

 

Hier wird versucht, verschiedene markante Gerüche zu unterscheiden und zu benennen. Das Riechen ist ein sehr wichtiger Abschnitt der Weinprobe, denn die Nase kann wesentlich mehr Nuancen als die Zunge unterscheiden.

Zunächst riecht man ohne zu schwenken am Weinglas, da es flüchtige Verbindungen gibt, die bereits nach dem ersten Schwenken verloren gehen können. Nun wird das Glas geschwenkt um tiefere Aromen an die Oberfläche zu bringen, zu verstärken und erriecht den Wein nochmals.

Riechen Sie noch einmal. Sie werden neue Gerüche erkennen, nehmen Sie sich hierfür ruhig etwas Zeit und riechen Sie ein weiteres Mal. Sie werden feststellen, manche Geruchseindrücke bleiben gleich, andere können sich durch die Luftzufuhr und Erwärmung verändern.

 

Beurteilungskriterien :

  • Bukett
  • Früchte 
  • Blumen
  • Gewürze
  • Hölzer 

 

 

Das Glas vor einen weißen Hintergrund halten...

 

 

Die Farbe

 

Am besten erkennt man die Farbe vor einem weißen Hintergrund. Hierfür eignet sich eine weiße Tischdecke oder ein weißes Blatt Papier (siehe Wein Checkliste). Eine intensive Farbgebung lässt viel Geschmack erwarten. Man betrachtet das Weinglas von schräg oben, da die Weinfarbe sich je nach Flüssigkeitsmenge leicht verändern kann. Beim vorsichtigen Schwenken des Glases lässt sich sehen, wie dick- oder dünnflüssig der Wein ist. Schlieren zeigen in der Regel das der Wein einen hohen Alkoholgehalt, Zuckergehalt und eine hohe Reife hat.

 

Beurteilungskriterien :

  • Farbton
  • Farbintensität
  • Weintränen
  • Reinheit, Trübung
  • Leuchtkraft

 

 

Den Wein probieren....

 

 

Der Geschmack

 

Der Wein wird langsam mit etwas Luftzufuhr von unten nach oben geschlürft, dadurch wird der Geschmack intensiver empfunden und kann besser beurteilt werden. Zuerst lässt sich die Süße schmecken, gefolgt von der Weinsäure und den Tanninen. Ein angenehmer, sauberer, nicht bitterer Abgang, der lange anhält ist ein gutes Qualitätszeichen.

Beurteilungskriterien :

  • Süße
  • Säure
  • Balance
  • Tannine
  • Früchte

 

 

Die Beurteilung des Weins....

 

 

Résumé

 

Über Geschmack und Kunst lässt sich ja bekanntlich streiten. So ist dies beim Wein auch nicht anders, nur weil ein Wein von den "anerkannten" Weinkritikern als gut befunden wird, muss dies nicht gleich Ihre Zustimmung haben.

Die Geschmäcker sind nunmal verschieden, der eine mag etwas mehr Säure im Wein und der nächste hat es lieber etwas süßer. Sie mögen vielleicht  lieber Weißweine und ihr Partner neigt eher zum Rotwein. Und genau dabei soll Ihnen unsere kleine Weinprobe helfen. Den eigenen Geschmack kennen zulernen und den oder die passenden Weine für ihren Gaumen zu finden.